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Geschichte der WFM

Die Entwicklung des Badewesens (1920 – 1937)

Badeplatz Jörgenwag

Das immer beliebter werdende Flußbaden in der Enz hatte zur Folge, daß am 26.07.1920 der Schwimm- und Badeverein Dürrmenz-Mühlacker entstand, zu dessen Vorsitzendem Johannes Kurz gewählt wurde. Zahlreichen Helfern innerhalb und ausserhalb des Vereins war es zu verdanken, daß aus der ursprünglichen Wildnis an der Enz schon bald ein zugänglicher und beliebter Badeplatz entstand.
Schon nach einem Jahr konnte der Verein eine beachtliche Anzahl von 210 Mitgliedern aufweisen. Nachdem der Sportbetrieb aufgenommen wurde, fanden am sogenannten Badeplatz „Jörgenwag“ auch einige Schauschwimmveranstaltungen und Schwimmfeste statt.
Die Anzahl der Mitglieder und die Attraktivität des Badeplatzes wuchsen von Jahr zu Jahr stetig an. So blieb nach dem Bau eines Sprungturmes, einer Rutschbahn und schließlich eines Kinderplanschbeckens im Jahre 1937 für Badegäste jedes Alters kaum etwas zu wünschen übrig.

Die Nachkriegsjahre und der Freibadbau (1946 – 1964)

Freibad

Vom Badeplatz „Jörgenwag“ war nach dem Krieg kaum noch etwas übrig und die Wasserfreunde erhielten erst 1946 vom Alliierten Kommando die Lizenz für den Verein, an dessen Spitze der Vorsitzende Johannes Kurz von Herrmann Häcker abgelöst wurde.
Nachdem in den Folgejahren immer mehr Vereinsmitglieder bzw. Badegäste dem Badeplatz in Mühlacker den Rücken zukehrten und in nahegelegene Freibäder abwanderten, beschloß der Gemeinderat am 03. September 1953 den Bau eines Freibades, welches im Juli 1955 eingeweiht wurde. Vor allem in sportlicher Hinsicht bedeutete dies einen immensen Fortschritt für die Wasserfreunde. Neben mehreren Wettkämpfen im neuen Becken waren die Württembergischen Jugenmeisterschaften 1958 wohl der Höhepunkt der Nachkriegsjahre bis 1964. Nach dem Weggang von Klaus Kreuzberger nahm die Epoche der Nachkriegszeit, des Freibadbaus und des Wettkampfschwimmens jedoch vorerst ein Ende.

Der Beginn der sportlichen Blüte (1965 – 1973)

Michael Ott

Im Sommer 1964 begann eine völlig neue Gruppe von Schwimmerinnen und Schwimmern, sich einen Weg in Richtung Erfolg zu bahnen. Obwohl in Mühlacker noch kein Hallenbad zur Verfügung stand und die Wasserfreunde bei Wind und Wetter im Freibad trainieren mussten, stieg die Leistungskurve jener motivierter Sportler steil an. Einige Schwimmer wurden für den Landeskader nominiert, Roland Fiedler qualifizierte sich für die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften und Siegfried Fiedler wurde bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften 1968 in Frankfurt sogar Zweiter.
Einige Zeit später bildeten die Wasserfreunde Mühlacker zusammen mit dem Schwimmverein Ludwigsburg die Startgemeinschaft Ludwigsburg/Mühlacker, um im damals neu eröffneten Hallenbad in Ludwigsburg mittrainieren zu dürfen. Neben finanziellen Vorteilen, die sich aus dieser Fusion ergaben, entwickelte sich jene Schwimmgemeinschaft in den folgenden Jahren zur absoluten Spitzenmannschaft in Württemberg.

Die sportlich erfolgreichste Zeit (1973 – 1980)

Hallenbad

Hallenbad

Mit dem lange ersehnten Bau des Hallenbades begann dank der hervorragenden Trainingsmöglichkeiten vor Ort die erfolgreichste Zeit der Wasserfreunde Mühlacker.
Zu diesem eingeschwohrenen Team stieß im Jahre 1973 der ehemalige Olympiateilnehmer Gerhard Schiller, welcher sowohl als Trainer als auch als Schwimmer in Mühlacker für große Erfolge sorgte. So wurden in den folgenden Jahren durch die Männermannschaft der SG Ludwigsburg/Mühlacker in den Staffelwettbewerben fast alle Landesrekorde gebrochen. Bei den Deutschen Staffelmeisterschaften 1977 in Bonn belegte die 4 x 100m Freistil-Staffel einen hervorragenden 5. Platz. Auch bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften sorte das SG-Team für Furore. Die starke und ausgeglichene Truppe verpasste mit hervorragenden 45.000 Punkten den Aufstieg in die 1. Bundesliga nur um rund 60 Punkte.
Als Gerhard Schiller im Jahre 1977 seine aktive Laufbahn beendete und viele der Schwimmerinnen und Schwimmer aus Mühlacker ins Berufsleben traten, war die Zeit der größten sportlichen Erfolge von Schwimmern wie Fritz Chluba; Roland und Siegfried Fiedler; Thomas Gepperth; Katrin Jatho; Michael, Joachim und Martin Ott und Gerhard Schiller zu Ende.

Die Jahre 1980 bis 1988

Ulla Bendel

Ulla Bendel

Nachdem viele Leistungsträger der Wasserfreunde ihre sportliche Laufbahn beendeten und dadurch eine beträchtliche Lücke entstand, musste zu Beginn der 80er-Jahre ein mehr oder weniger neues Team „herangezüchtet“ werden. Dank einer engagierten Nachwuchsförderung kam neuer Wind in die Mannschaft und so dauerte es auch nicht lange, bis einige Schwimmerinnen und Schwimmer wie z. B. Volkmar und Holger Gann; Martin und Thomas Breyer, Peter und Klaus Sturm, Peter Leideritz, Stefanie und Markus Friedrich in der Lage waren, in die württembergische Spitze vorzustoßen. Im Jahre 1981 gelang es den Wasserfreunden, mit Heinz Kühfuß einen Trainer der Spitzenklasse zu verpflichten. Dank seiner beherzten Arbeit brachten es die beiden damaligen Stars der Wasserfreunde, Stephan Wagner und Eckhard Spoerr, zu erfolgreichen Teilnahmen bei Süddeutschen und Deutschen Meisterschaften. In den folgenden Jahren gelang es zahlreichen Aktiven wie u.a. Martin und Dagmar Breyer; Jürgen Stein; Gerhard Maresch; Barbara Geltz; Susanne Schraishuhn; Ulla Bendel; Petra und Jörg Kreuzberger; Sandra Fiedler; Andrea Lipps und Birgit Hagenbuch, bei Landesmeisterschaften vordere Plätze zu belegen. Im Jahre 1988 wurde mit dem SV Bietigheim ein weiterer Verein in die Startgemeinschaft aufgenommen, welche seit dem den Namen SG Neckar/Enz trägt.

Die 90er Jahre

Nico Moritz

Nico Moritz

Zu Beginn der 90er-Jahre sorgte eine neue Generation von jungen Schwimmern in den Reihen der Wasserfreunde für Aufsehen. Namen wie Ulrike Doktorczyk; Matthias Scheible; Philipp Storch, Kai Twrdik; Nico Moritz und Dirk Folkers waren in bei Württembergischen Meisterschaften oftmals unter den ersten 3 zu finden. Besonders Nico Moritz wurde in den letzten Jahren mehr und mehr zum „Aushängeschild“ des Vereins. Seine Medaillen und Endlaufteilnahmen bei Süddeutschen und Deutschen Meisterschaften machten ihn neben Eckhard Spoerr zu einem der erfolgreichsten Schwimmer der Wasserfreunde. Im Jahre 1994 schaffte die 1. Mannschaft der SG Neckar/Enz nach 17 Jahren wieder den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Im selben Jahr übernahm auch Klaus Gier den Posten des 1. Vorsitzenden der Wasserfreunde und löste damit seinen Vorgänger Sigmar Wagner ab. Seine Frau Imma Gier wurde die Nachfolgerin von Heinz Kühfuß und trainiert bis heute die erfolgreiche Leistungsgruppe der Wasserfreunde.

Presse-Archiv

(Quellen u.a. Mühlacker Tageblatt mit freundlicher Genehmigung von Steffen-Michael Eigner, Pforzheimer Zeitung mit freundlicher Genehmigung Alexander Heilemann)

Foto-Archiv

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